salatmaiers senf 1

Eigentlich, werde ich immer sprachloser. Wie soll man das benennen, was geschieht; täglich? Der Weg in die Gesundheitsdiktatur? Jemand schrieb gestern in einem blog: „Immer fragte ich mich, warum die Leute im Kommunismus nichts dagegen taten, sich alles gefallen ließen? Jetzt weiß  ich es: Denunziation, Verlust des Ansehens und der Ehre, Jobverlust, gesellschaftliche Ausgrenzung, Polizeistrafen.“ Und es kam noch dazu, was bei uns (noch) nicht ist, aber werden kann, falls nicht vorher ein Wunder geschieht: Sippenhaftung, Gefängnis, Folter, Tod.

Es scheint, als ließen uns die Regierenden nicht mehr aus. Täglich neue Horrormeldungen von Bürgerzwang, Einsperren ganzer Bezirke, Berufsverbot für Leute, die nicht spuren. Eintrittstest fürs Haareschneiden, mehr als drei sind eine Versammlung und und und. Und jeden Freitag, wenn ich nicht zur Arbeitsstelle muss und Zeit habe, mich zu schminken wie früher – mit Lippenstift und Rouge und allem drum und dran, statt meinem ungeschminkten Selbst – jeden Freitag schaue ich mich in den Spiegel und denke: das bin ich. Das ist mein Gesicht. So will ich mich der Welt präsentieren. Und Wehmut erfasst mich, weil ich mich von Montag bis Freitag nicht schminken kann, weil dann die Maske gleich braun vom Make-up und rot vom Lippenstift würde, den außerdem eh niemand sieht. Wie unendlich traurig mich so viele Dinge machen. Und wie sehr ich hoffe, dass etwas passiert, was das alles ändert. Irgendein Wunder. Immer wieder denke ich, hoffe ich: Möge ein Wunder geschehen und möge es nicht blau sein…

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