salatmaier’s minidrama 9 (?) – es grünt, so grün…

Satirische Gesprächsbelauschung an einem versteckten Platzerl in Wien, irgendwo zwischen Hofburg und Parlament.

M: Geh! Schenk mir doch ein Zigaretterl, Kamerad. Mein Sakko ist so groß, dass ich mein Schachterl nicht mehr find. Aber vielleicht hat sie mir auch die Ex wieder mal versteckt. Wär ja nicht das erste Mal.

V:Da, hast eine. Ja, die Frauen. Man muss ja nach außen immer so tun, als wäre man total dafür. Sie  sind halt wie Zigaretten: Man braucht sie, aber wenn man sie nicht brauchen tät, wärs gesünder. Aber pfeif drauf. Mei Dorimauserl, so nenn ich sie heimlich, ist immer an meiner Seite, wo sie hingehört. Aber weißt! Wennst mich fragst: In meinem Alter ist mir ein Zigaretterl wichtiger, als die Dorimauserl.

M:Na ja. Ich bin noch im zeugungsfähigen Alter, obwohl mit den Glimmstängeln wird das nix mehr. Ich such schon noch so ein Schnuckiputzerl, das mir die Turnschuhbandln aufknöpft, wenn ich abends nach Hause komm. Am besten mit einem verführerischen Blick, während sie so vor mir kniet und mir sanft die Sneakers von den Füßen streift…

V:Schaumer mal, ob wir nicht irgendwo eine fesche Sekretärin für dich im grünlichen Club finden.

M:Im grünlichen Club gibt’s keine feschen Sekretärinnen und die Almi ist schon vergeben. Aber die Rendi tät mir gefallen. Dann wären zwei Ärzt*innen am Werk und es ginge was weiter.

V:Von welchen zwei Ärztinnen redest du denn?

M:Na, von der Rendi und mir, gegendert halt. Dann könnten wir Lockdown bis zum Ende der Pandemie, so ca. im Jahr 2032, beschließen. Bis dahin müssten wir alle Ländernamen für Mutanten aufgebraucht haben. Dann lassen wir den Spuk gut sein.

V:Apropos, Spuk. Wie schauts aus mit deiner Kandidatur? Ich mag ja nimmer lang machen. Das Dorimauserl und ich wollen sich endlich in unser Schloss in der Brüsseler Tiefebene zurückziehen und uns dort den Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Rankrosen widmen.

M:Ich arbeit schon an meinem Image, merkst du das nicht? Ich wär der erste Turnschuhpräsident Europas. Da kann sich der Ohrli dann mit seinem Kandidaten verstecken, samt seinen geschminkten PR-Maßnahmen. Wenn ich mit meinen schicken Turnschuhen am Plakat steh, Zigaretterl im linken Mundwinkel hängend wie der Marlboroman, Jeans so cool wie der James Dean, einen Blick wie der Dackel meiner Ex, dann rettet den Ohrli auch der Blümli nicht.

V:Meinst gar, die spitzen auch auf den Posten?

M:Ich hab aus sicherer Quelle gehört, dass der Ohrli versucht, den Blümli in die Hofburg zu hieven, damit er alle Bereiche unter seiner Kontrolle hat.

V:Und wer soll dann Finanzminister werden?

M:Ist auch der Blümli. Macht ja eh alles der Ohrli selber, insofern ist es egal, wer vorne steht. Ist ja nur ein Fassadenmann. Aber die Leut durchschauen sowas früher oder später, sag ich dir!

V:Ja, die Leut. Als oberster Chef musst sie halt immer bei Laune halten – ich würd mir auch einen Steireranzug samt Hut mit Sulmtalerhahnenfeder zulegen, wenn ich du wär. Nur für den Fall, dass sich ältere Hinterwäldler nicht so auf Jeans a la James Dean stehen. Wählen ja auch viele alte und vor allem konservative  katholische, Leute. Die stehen auf so einen Steireranzug. Und Tiroler Tracht hab ich schon aufgebraucht. Und übrigens: Schau, dass der Anzug passt. Alles andere wirkt zu infantil. Dann glaubens du bist der Charlie Harper aus Two and a half men und machen ihr x doch noch beim Ohrli seinem Slim-Fit-Anzug-Blümli.

M:Gut. Mach ich. Ich muss wieder an meinen Schreibtisch. Vielleicht ruft mich die Rendi an und wir können gemeinsam Lockdownpläne schmieden.

V:Ja, servus. Immer nett ein Zigaretterl mit einem aufstrebenden Jungkollegen zu rauchen.

M:Grün zum Gruße, Ali!

(Ähnlichkeiten mit tatsächlich existierenden Personen sind rein zufällig. Die Autorin distanziert sich von ihren zu Papier gebrachten Gedanken. Die Finger warens….)

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