salatmaier, Verschwörungsmärchen 1, Einfälle

A: Das kann so nicht weitergehen. Wir müssen uns was einfallen lassen.

B: Ja, aber was? Und man darf uns keinesfalls in Verbindung zur Sache bringen.

A: Richtig. Aber erst müssen wir festlegen, welche Sache.

B: Überfahren ginge.

A: Ja. Ginge. Aber doch relativ riskant. Man könnte dich sehen.

B: Wieso mich? Ich mach das nicht. Das lassen wir die Truppe machen.

A: Muss aber ein verlässlicher und treuer Parteisoldat sein.

B: Na klar. Die Fanten sind alle eingefleischt. Auf die ist Verlass.

A: Schießen geht leider nicht. Zu riskant. Man könnte die Kugel vielleicht zurückverfolgen. Manche bei der Polizei ermitteln da akribisch.

B: Messer?

A: Ja, aber bei Messer rutscht man zu leicht ab. Da musst du genau wissen, wo du hinstichst. Und Messer ist irgendwie immer Nahkampf.

B: Erschlagen ginge.

A: Mit was willst du denn zuschlagen? Mit einem Kantholz vielleicht?

B: Das ist es! Kantholz kann man an jeder Baustelle klauen. Baustellen haben wir hier viele. Da fällt es gar nicht auf, wenn mal welche fehlen. Zuschlagen kannst du aus dem Hinterhalt. Eins mit Wucht auf die Schläfe und der Mieseparteiler liegt am Boden und rührt sich nicht mehr. Geht auch ganz schnell. Was kostet uns das?

A:Nichts. Die Fanten machen das gerne. Wir müssen ihnen nur klarmachen, dass es für die Einheit und für die Zukunft ist. Vor allem für die Zukunft. Dann machen die das.

24 Uhr Nachrichten: Angeblich wurde vor einer Stunde der allseits umstrittene Politiker Blauwieser von der FADpartie  angeblich mit einem Vierkantholz von Unbekannten zusammengeschlagen. Er liegt angeblich im Koma. Ein Anschlag von Fanten oder anderen politischen Gegnern wird von der Polizei 200%ig ausgeschlossen. Die „Omas gegen die FADpartie“ protestierten bei Blauwiesers heutiger Kundgebung, die er kurz vor seiner Verunglückung noch hielt. Die FADpartie ist gegen Zuwanderung und für Heimatland zuerst, wie sie behauptet. Die Polizei ermittelt möglicherweise in Richtung eines rechtsradikalen Hintergrunds, aber bis dato weiß man nichts Genaues. Ganz 150%ig hat der Unfall nichts mit irgendwelchen Zuwanderern, Asylwerbern, freiwilligen Migranten und  ihren -innen zu tun, das weiß die Polizei bereits mit äußerster Sicherheit. Das Innenministerium unterstützt das polizeiliche Wissen und sucht im rechtsextremen Milieu.

Die bekannte Umweltexpertin Eileen Waldvorbäumennicht gab folgendes Statement ab: der allseits umstrittene Blauwieser von der äußerst umstrittenen FADpartie ist sicherlich selbst schuld an seinem angeblichen Unglücksfall. Er war halt einfach viel zu umstritten. Sogar friedliche Omas hatten keine Freude mit ihm und seinem umstrittenen und hetzerischen Antizuwanderungskurs. Der Antimigrationskrug geht halt so lange zum Brunnen, bis er bricht. Das ist wohl heute passiert. Etwas ist gebrochen. Einer aus der Zivilgesellschaft hat was gemacht. Einer, in dem wohl ein Damm gebrochen ist. Der es nicht mehr ausgehalten hat. Es ist zu viel geworden. Und da war das Holz. Und jetzt ist es so. Das müssen wir als Gesellschaft aushalten. Mal weniger Aufregung täte uns allen gut und ein bisschen stricken. So die allseits beliebte Spitzenpolitikerin Waldvorbäumennicht.

Mit diesen Worten, die wir nur unterstützen können, beenden wir unsere Berichterstattung über das unglückliche Stolpern Blauwiesers und behandeln es als Lokalangelegenheit und Einzelfall in dunklen Gassen. Falls wieder etwas in einer Fußgängerpassage in Priemel passieren sollte, dann versuchen wir, vom absolut unabhängigen Subventionssender,  vorab zu erkennen, ob es einen Zusammenhang geben könnte und falls Platz ist, berichten wir ihnen sicherlich davon. Und nun zum Wesentlichen des Tages: Unser Klima und seine Gretel.

(Etwaige Ähnlichkeiten mit wirklich existierenden Personen, Vorfällen oder umstrittenen Parteien und Partien sind rein zufällig.)

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