salatmaier 188, küche

und? wer war am telefon?

die frau zaberl. stell dir vor! die hat kaum noch platz in ihrer wohnung, sagt sie.

aha. warum denn nicht?

weil alles voll klorollen ist. sogar ihre küche ist voll; sie kann kaum noch einen kaffee kochen, sagt sie.

wo hat sie denn die alle her in zeiten des allgemeinen klorollenbunkerns?

na, ihr enkel, er macht ja eine lehre als sittenwächter bei der witzepolizei, der ist jetzt tatsächlich eingesetzt, das klorollen-hamstern der bevölkerung zu unterbinden. jeder darf nur noch zwei packungen pro haushalt und halbe woche kaufen, alles darüber wird beschlagnahmt. sogar die identität muss der zaberl und seine kollegen kontrollieren, damit man nicht zwei mal im zeitraum kaufen kann.

o gott! und warum lagert er alles bei der frau zaberl?

weil das lager bei der witzepolizei, dem zaberl sein büro, dem chef sein büro, der chefsekretärin ihr büro, alle andern büros – alles ist schon voller beschlagnahmter klorollen. so lagert er jetzt bei der frau zaberl privat und überlegt in seinem jugendlichen eifer schon, die nachbarwohnung von amts wegen zu beschlagnahmen, weil alle anderen öffentlichen orte für mögliche kranke reserviert sind. die frau zaberl nennt es „einen klopapiergau“ in ihrer wohnung.

ja, himmels willen! was tut sie denn jetzt?

wär ja nicht die zaberl, wenn sie nicht schon eine lösung hätt, ohne dass sie den lehrlingseifer vom zaberl junior einschränken müsst.

aha. und welche lösung hat sie?

sie ist gerade dabei mit der schacklien, die man schreibt wie man sie spricht, einen deal zu machen.

mit der schacklien, die man schreibt wie man sie spricht? o heimatland! soll ich fragen welchen?

die schacklien hat sich bereit erklärt, die klorollen billigst, also um einen euro die packung im stadtpark an „bedürftige“ – so hat sie das genannt – zu verkaufen. so wollens die klorollenflut in der zaberlschen wohnung eindämmen.

also, wie am klo. vorn bringt der zaberl die klorollen rein und hinten verkauft sie die schacklien im stadtpark wieder raus.

             ein drastisches bild, aber so sind alle glücklich, sagt die frau zaberl.

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