salatmaier 173, verschwörungsmärchen 2, krisenzeiten

H: wir haben eine Krise. Und zwar eine, wie man bei uns im Süden sagt, die sich gewaschen hat.

A: Ja. Hände waschen. Das geben wir mal gleich als Notfallmaßnahme raus.

H: Das wissen die Leute schon. Der Gesundheitsminister hat das gestern auf allen öffentlich rechtlichen Sendern durchgegeben.

A: Ach. Musste das sein? Lösungen verkünde doch ich.

H: Er hat Angst, dass ihn die Bevölkerung lyncht, wenn die Krise durchgestanden ist und er gar nichts getan hat.

A: Also, jetzt mal aber! Die Gelegenheit ist ideal: Wenn es den Menschen schlecht geht, ist die Zeit an ihr Mitgefühl zu appellieren. Wir fordern daher, dass mehrere tausend Flüchtlingskinder zu uns kommen dürfen. Weihnachten spielen doch die Leute immer so ein Lied auf der Blockflöte. Wie ging das nochmals?

H: Ihr Kinderlein kommet.

A: Genau das. Daran erinnern wir die Gegner des Willkommen. Außerdem sitzen die sowieso nur in der Stinkepartei.

H: Aber, A! Die Menschen wollen, dass wir uns jetzt mit Corona beschäftigen, ein Konzept vorlegen. Irgendwas, das halbwegs nach Kompetenz riecht.

A: Ja, sagte ich doch schon. Hände waschen vor dem Essen und nach dem Klobesuch.

H: Die Menschen draußen auf der Straße sprechen darüber, dass wir die Grenzen dicht machen sollen.

A: Das hat doch 2015 schon nicht funktioniert.

H: Viele Länder Europas haben die Grenzbalken aber unten. Wir nicht.

A: Jetzt hab dich mal nicht so, du alter Wichtigtuer! (H lässt einen vernehmlichen Seufzer hören) Wir lassen ein schönes Flugblatt machen: Hellblauer Hintergrund mit Löwenzahnwiese und darauf drucken wir die wichtigsten Notfallmaßnahmen wie, Hände waschen wie und wann.

H: Löwenzahnwiesen? Da kriegen wir Probleme mit den Allergikern. Die werden uns die Flugblätter um die Ohren schmeißen.

A: Soso. Na, Bilder sind aber wichtig. Eigentlich das Wichtigste. Wie wärs mit einer Winterlandschaft. Gleißende Schneewiesen in gleißender Sonne und in der Ferne ein paar Tannenbäume?

H: Nicht gut. Je kälter die Temperatur, umso mehr Leute erkranken an Corona.

A: Na, dann nehmen wir meinetwegen Sommerwiesen. Mit Kühen. Und einer Almhütte.

H: Aber nein! Momentan dürfen wir die Leute gar nicht daran erinnern, welche Geselligkeiten sie noch versäumen könnten.

A: Na, dann gibste halt ein Bild von mir rein. Ohne Pillepalle und ohne Knubbeldubbel.

H: Bild von dir? Gut. In souveräner Pose. Und ich dahinter. Kompetent lächelnd. Aber, was ist Knubbeldubbel? Das hatten wir noch nicht.

A: Das, mein lieber H, ist die süddeutsche Form von Pillepalle, damit es deine Landsleute auch verstehen. Und nun, ruf den Grafiker!

(Zur Kenntnisnahme: etwaige Ähnlichkeiten mit wirklich existierenden Personen sind nicht beabsichtigt und rein zufällig. V3 ist ein Märchen, einzig meiner Fantasie entsprungen!)

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