salatmaier 1420, fast eine geschichte

und? hast wen getroffen am markt?

ja. die mama mit den zwei mäderln, mittlerweile 13 und fast 11. die große ist ja hochbegabt und die kleine geht in philosophieren für kinder. damits auch was hat, sagt die mama.

und? was war heute das problem mit der kleinen?

          nicht mit der kleinen. heute hatte die große was zu erzählen.

was? die gscheite? ja, was denn?

nun, man hatte ihr gedroht, sie aus dem elite-gym zu werfen, wenn sie nicht ihre narrative ändere, so die schulleitung.

ja, wahnsinn! was narrativierte sie denn so, dass die schulleitung dermaßen aus dem häuschen war und sie rauswerfen wollte?

sie hatten biologie. und die biologieprofessoressa sagte, dass homosexualität, lesbentum, diversität, mütter die väter sind und umgekehrt und geschlechter frei wählbar und änderbar seien. und beweis sei, dass dies in der ganzen tierwelt sehr weitverbreitet sei. daraufhin wagte unser fräulein zu widersprechen.

echt? was hats denn widersprochen?

sie sagte, dass sie seit jahren die vögel in ihrem garten beobachte. die brautschau und brunft, die zeugung, die schwangerschaft, das nesterlbauen und dann das füttern der vogelbabies. sie kennt die meisten vögel im garten an der speziellen zeichnung auf dem federkleid. sie weiß, bei den vögeln gibt es nur männlich und weiblich, vogelmutter und vogelvater. also stimmt die erzählung der frau biologieprofessoressa punkto natur nicht. und punkt.

das hat sie gesagt? da legst dich nieder. die hat was los. und? wie gings weiter?

also, die schulleitung drohte mit dem rauswurf, wie gesagt. was tat sie? sie machte eine „challenge“, also, sie forderte ihre gegner heraus.

aha. wie beim duell.

ja, ein vogelduell, sozusagen. sie lud alle ihre schulkameraden zu sich heim ein und zeigte ihnen den garten, die vögel, alte nester, nistkästen – einfach alles und zeigte ihnen noch ihre jahrelangen aufzeichnungen, welche fein säuberlich mit datum und uhrzeit vermerkt in einem notizbuch standen. die ganze klasse war begeistert und glaubte ihr.

ist ja toll. und weiter?

sie sagten daraufhin dem direktor, er müsse sie alle rausschmeißen, oder das vogelnarrativ von zwei geschlechtern stehen lassen.

und?

das letzte was wir hörten war: die direktion lenkte ein. das vogelelternnarrativ bleibt bestehen.

bin ich froh, dass wenigstens bei vögeln noch alles beim alten ist. ein grund zum feiern.

wir haben eine gute flasche wein im keller, die wunderbar zum thema passt.

aha. und wie?

          der wein heißt „meisenschall“ vom hauergut „zum zaunkönig“…

3 Replies to “salatmaier 1420, fast eine geschichte”

  1. „bin ich froh, dass wenigstens bei vögeln noch alles beim alten ist. ein grund zum feiern.“
    Würde mit einem zusätzlichen „m“ auch gut zum Thema passen. (Sowas kann eben nur einem ungegenderten Mann einfallen 😉 )

    1. Lieber Lemberger,
      natürlich bietet sich das geradzu an. Sagen wir mal so: man muss manches dem geneigten Leser überlassen zu tun, nicht dem herausgeber. lernt man bei unterberger…

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