salatmaier 1393, eine erzählung über den krieg und seine nachrichten

Als der 1.Irakkrieg ausbrach, lebte ich in N-Amerika. Bush sen. nannte ihn „Die Mutter aller Kriege“, wenn ich mich nicht irre. Wir saßen zu irgendeiner mitternächtlichen Stunde vor den TV-Geräten und konnten uns – auf gespenstische Weise – die ersten Angriffe der Amerikaner im Irak gemütlich vom Lehnsessel aus, betrachten.

Es war gleichzeitig der erste 100% Propagandakrieg. Verständlicherweise wollte man ein 2. Vietnam für die Soldaten verhindern. Nachrichten wurden NUR kontrolliert berichtet. Alles ging über den Tisch der amerikanischen Militärs. Die Zeitungen wurden eingeschworen NUR zu berichten, was ihnen das Militär sagte. Wer nicht mitmachen wollte, wurde bedroht, dass er als Landesverräter vor Gericht komme. In der USA ein schlimmeres Verbrechen, als bei uns. Immer, wenn ich mit Europa telefonierte bemerkte ich, dass meine Familie/Freunde ganz andere Infos oder viel mehr Infos hatten, als ich in N-Amerika. Und natürlich gabs die furchtbare Geschichte samt Bildern, von irakischen Soldaten, die auf Befehl Saddam Husseins, Frühgeburten aus den Inkubatoren nahmen und auf den Steinboden warfen!!!! Selbst Putin hat es bis zu so einer Berichterstattung über ihn noch nicht geschafft.
Und dann war alles vorbei. Eines Tages lag der Irak in tausend Trümmern, Saddam war auch eine erledigte Angelegenheit.

Und dann kam Barbara Walters mit 20/20. Einer absoluten Qualitätssendung in N-Amerika, als es noch Qualitätsjournalismus gab. Es wurde gezeigt, dass das heulende Mädchen, welches von den ermordeten Inkubatorbabies vor dem UN-Sicherheitsrat erzählte – immerhin war dieser „Erfahrungsbericht“ der Hauptgrund, warum der UNO Sicherheitsrat den nachfolgenden Irakkrieg gestattete – in Wahrheit die Tochter von einem arabischen UN Mitglied war (Kuwait). Na, bumm! Und dass alles gelogen war.
Seitdem weiß ich: das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit und dass man ganze Völker falsch informieren kann, fehlleiten kann und welche grausige manipulierende Macht die Medien haben können, wenn sie sich von einer Seite instrumentalisieren lassen oder wenn Staatschefs die Parole ausgeben, dass nur die Berichte von einer Seite zulässig sind.

Und wenn ich mir bei uns die Nachrichten über diesen Krieg ansehe, dann kommt mir so mancher „Bericht“ nicht ganz stimmig vor, manches Bild zweifelhaft. Der einzige dem ich glaube, ist der ORF Kriegsberichterstatter Wehrschitz, der außerdem noch vor Ort ist. Er berichtet aber immer eher vorsichtig.

Als ich dann gestern von Präsident Szelensky hörte: Bisher hat Russland 12000 Mann verloren und die Ukraine 1300 dachte ich: Ja, freilich. genau so isses…

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