salatmaier 1388, die kraft im most

und? hast wen getroffen am markt?

          ja, den bartl mit seinem most.

und? was hatte er weltbewegendes zu erzählen.

          nun, er erzählte tatsächlich etwas weltbewegendes.

und das wäre?

er hat gesagt, dass er gestern die völkerverbindende kraft des mostes kennenlernte. eine komponente seines lieblingsgetränks, die er selbst noch nicht so richtig erkannt hatte.

aha. und wie hat sein most die völker verbunden?

er sagt, er geht gestern nichtsahnend die straße entlang, als er seinen alten spezel, den russen wassilji trifft. er trifft ihn nur sehr selten, aber gestern war eben so ein seltenes mal. und während die beiden reden, was männer halt so reden, kommt sein spezel giorgi, ein ukrainer aus lemberg daher. so standen sie alle drei und redeten, was männer halt so reden.

und der wassilji und der giorgi haben sich verstanden, oder wie?

na ja – erst warens etwas vorsichtig, aber dann hat der bartl sie beide zu sich heim eingeladen. die rosi tischte auf, dass sich die tische bogen und das eis war gebrochen. und drei mal darfst du raten, was es zu trinken gab.

ich schätze, most.

und nach einigen krügerl most, packt der giorgi seine fidel aus – er ist nämlich musiker – und spielt und der wassilji tanzt dazu.

kasatschok, nehm ich an.

iwo. red doch nicht so daher. er hat halt zur musik getanzt, wie männer halt so tanzen nach ein paar krügerl most.

schön. und das ist die völkerverbindung von most?

nein, das kannst nach wein auch haben. aber: als der giorgi fertig war mit spielen und der wassilji fertig war mit tanzen, stand der bartl auf und gab jedem sein gefülltes mostkrügerl in die hand. dann verbeugten sich alle drei gen osten und prosteten sich anschließend „auf den most und seine völkerverbindenden eigenschaften“ zu und umarmten sich herzlich.

toll. und nach osten verbeugten sie sich weil sich dort ihre heimatländer befinden.

schmarrn. nach osten verbeugten sie sich, weil von bartls wohnung aus gesehen dort das most-viertel liegt…

2 Replies to “salatmaier 1388, die kraft im most”

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