salatmaier 1364, Brief 2 – auf der Suche nach AntiCorona

Liebe Leser! Auf der Suche nach Anti-Corona!

Also: Ich bin noch immer in Györ. Nächstes Mal fahre ich woanders hin, denn hier ist es ziemlich fade.

Und – leider muss ich alles von gestern revidieren. Am Sonntag trug niemand eine Maske, wo ich war, außer dem einen Pubkellner. Vielleicht war das der Maskenpausentag. Jedenfalls heute – Montag – war vieles anders. Die einzigen die scheints keine Masken tragen müssen, sind Gäste in Gasthäusern aller Art und die Dame im Bioladen verweigerte auch. Natürlich gilt der Maskenzwang nur innen. Alle hatten die Masken herunten wenn alleine oder gerade auf Kundschaft wartend, aber sobald man sich näherte waren die Masken auf den Gesichtern so geschwind, dass man sich über das Tempo wunderte. Im katholischen Laden wies man mich sogar daraufhin, dass Maskenpflicht wäre und ich meine aufsetzen müsse. Dabei haben gerade die einen Laden voll geweihter Bildchen, Kerzlein, Kreuze, Papstbücher und sonstigen Paraphernalien und sollten sich weniger Sorgen machen um solche Krankheiten wie Corona als alle anderen, sind sie doch von Heiligem quasi umzingelt und damit vom Bösen gefeit.

Nun, sei’s drum. Heute kam mir ein bisschen das Narrativ vom „freien und stolzen Ungarn“, welches Orban so gern bedient, abhanden. Schade. Jedenfalls entschuldigt es ein bisschen die Deutschen, die immer als supergehorsam hingestellt werden. Sie sind nicht die einzigen, die spuren, wenn die Obrigkeit es will. Niemand hier trug die Maske schlampig, wie ich es in Österreich des öfteren sichte, sondern alle waren geradezu vorbildlich. Soviel zum maßnahmenfreien Ungarn. Werde mich mal im Unterbergers Forum schlau machten, wo jene wohnen, die dort öfter posten, dass in Ungarn keiner sich um Masken usw. kümmere. Nun, vielleicht ist es am Land draußen anders. Jedenfalls suchte ich in Györ vergeblich, nach den freien und stolzen Ungarn, die sich nicht gängeln lassen. Tja, darum bin ich ja hier, um mir selbst ein Bild zu machen.

PS: Traf Igor auf der Straße. Er bot mir an, wenn es Probleme mit dem eigenartigen Schloss gebe, ihn anzurufen. Meine Antwort aus dem tiefen Herzen: „Lieber nicht!“

In diesem Sinne bis bald

eure Salatmaierin höchstselbst

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