minidrama 7, parodie auf politikerinterview im öffentlich rechtlichen

Theater: Um 11 im FROTZL (mit Regieanweisungen)

Ort: IXI Operetten-Land , Hauptstadt

Thema: Interview im führenden Medienunternehmen des Landes mit dem zweitwichtigsten Amtsinhaber im Land.

Hauptdarsteller:

1: Interviewer des FROTZL– Bürxi (fürderhin mit B abgekürzt)

2.Interviewter Politiker– Koxi (fürderhin mit K abgekürzt)

  1. wenig beteiligte Zweitinterviewerin – Vexi (fürderhin mit V abgekürzt)

B: Einen wunderschönen, einmaligen, herrlichen, einladenden Sonntag in unserer Interviewsendung mit den harten Fragen (hüsteln, Bubenkichern mit Seitenblick zum großen Vorsitzenden K). Ich lege gleich los mit unserer ersten, sehr unangenehmen Frage: Wie geht es Ihnen, als Vize für fast nix, Herr Koxi? Wie stehen Sie dazu?

V: (Räusperlaut)

B: O, ich darf natürlich meine Kollegin – ähm, wie war doch Ihr allerwertester –

V: Vexi.

B: Ach ja, Frau Vexi, vom Klonenblatt, guten Tag. Und danke, dass Sie mit mir die mutigen Fragen stellen.

K(schießt los, noch ehe Vexi und Bürxi die Vorstellung beendet haben, die dadurch etwas untergeht). Wie Sie wissen, habe ich seit meinem Amtsbeginn alles richtig gemacht. Keine Fehler – aber, Hand aufs Herz, Herr. Bürxi, Sie wissen das besser als ich, wer macht keine Fehler (Bubenkichern, Seitenblick zu Bürxi).

B: Danke für die Beantwortung der ersten schwierigen Frage. Da fragte ich mich, wie gut wir das umschiffen werden können. Aber Ihr Mast ist nicht gebrochen. Immer ein Fels in der Brandung. Und nun: kommen wir zu Corona.

K: Das habe ich doch eben beantwortet.

B: (sichtlich peinlich betreten, dass er weiterfragen muss, sonst wäre das Interview schon wieder zu Ende). Ja, eh. Aber gestatten Sie mir noch diese kitzekleine Frage: Hat die Regierung nicht ein bisserl übers Ziel geschossen mit alle ihren Strafmaßnahmen? Anders gefragt: Hättma das nicht irgendwie ein wenig freundlicher machen können? – So, jetzt ist sie heraußen, die schwierige Frage. Uiuiui, das war hart!

K: Wie ich schon sagte. Kein Fehler unsererseits, wo doch der Herr Anxi so einen herausragend guten Job macht, der uns gleich hinter Neuseeland katapultierte. Das muss man sich mal vorstellen! Gleich hinter Neuseeland! Wissen Sie, wo Neuseeland liegt? (Bürxi: nicken, Kopfschütteln, hüsteln, Bubenkicherer, Seitenblick zum großen Vorsitzenden K) Es liegt nur einen Platz vor uns! Wenn das nicht was ist, dann weiß ich nicht, was einen Journalisten zufrieden stellen könnte. Und alle Fragen bezüglich Strafe und so, verorte ich beim IXI-Kanzler und den könnenS ja, von mir aus, gerne dazu befragen. Dazu sind Sie ja da!

B: (mit großen, leuchtenden Augen) Gleich hinter Neuseeland! Also, wir sind wieder wer! Das ist herausragend, großartig, super! Wenn ich das gewusst hätte, hätt ich gar nicht erst gefragt. Aber Sie wissen ja, ich frage, on behalf of unsere gebührenzahlenden Zuschauer. Die wollen ja auch was hören.

V (mischt sich ein): Im Namen der Zuschauer jetzt eine Frage. Was geschieht nun mit all den Strafen, die Bürger bekommen haben, obwohl sie das eh alles tun hätten haben können sollen dürfen, was sie getan haben. Wird das zurückerstattet?

K: Also, Gesetz muss Gesetz bleiben und was der Herr IXI-Gesundheitsminister erlässt muss ein Erlass des Gesundheitsministeriums bleiben. Und wenn der Unterrichtsminister etwas ex Katheder sagt, dann muss das eine ex Katheder Entscheidung samt Katheder-Rede des Unterrichtsministers bleiben. Und wenn der BK – (K lächelt verschmitzt) das ist meine geheime Abkürzung für unseren Bundeskanzler – etwas hinter der IXI-Plexi-Glasscheibe sagt, dann muss das Gesagte gesagt bleiben. Im Sinne aller Erlässe, Reden, Entscheidungen, Gesetze, hat die Regierung alles richtig gemacht. Und das muss so bleiben. (Bubenkichern Richtung Bürxi, der auf seinem Stuhl hin und her rutscht vor Peinlichkeit, weil er schon wieder eine unangenehme Frage stellen muss.)

B: Darf ich Sie um kürzere Antworten bitten? Sie wissen ja, wie furchtbar ungern ich als Journalist, Interviewte unterbreche. Das ist für mich immer ganz traumatisch, drum tue ich das nicht gerne (hüsteln, betretener unterwürfiger Blick zum großen Vorsitzenden K). Nach dem letzten Interview – ich glaub, es war mit unserem Bundespräsidenten – war ich vier Wochen im seelischen Krankenstand und meine Muttergesellschaft FROTZL musste mir ein Jahr lang den Seelendoktor zahlen, bis ich wieder halbwegs auf dem Damm war. Also, bitte, Herr IXI-VizeKoxi, halten Sie sich irgendwie ein bisserl kurz, aähm, kürzer, wenn das irgendwie in Ihr Konzept passen könnte, dann wäre das furchtbar nett von Ihnen und würde uns Journalisten sehr entspannen.

K: Na ja, man will ja nicht die Zuschauer zu kurz kommen lassen und alles gut fundiert beantworten.

B: Sie haben ja so recht! Aber bedenken Sie unsere Sendezeit. Viel Zeit ist da nicht für fundierte Antworten, weil doch unsere Fragen schon so fundiert sind, dass wir sie kaum unterbringen in der kurzen Sendezeit. Frau Vexi, Sie sind dran.

V: (beobachtete fasziniert das Geplänkel zwischen B und K, schaut etwas verdattert von B zu K und dann wieder von K zu B, ist dabei tief in Gedanken, um das, was hier abgeht zu begreifen). Was? Ich bin dran? O, jetzt habe ich doch glatt meine Frage vergessen. Entschuldigen Sie, wo ist sie denn? Die Frage… , die Frage der Fragen. Ach! Da ist mein Zettel. Also, Herr Koxi – mh, die Wirtschaft. Glauben Sie wir werden das Ding noch Mal hochkriegen? Ähm, auf Vordermann bringen. Ähm, was ist eigentlich die weibliche Form von Vordermann? Ist das Vorderfrau? Oder Vordertranse?

B: Ja, das ist eine ganz geile Frage. So ein Niveau hatten wir noch nie in unserer IXI-Politiker-Befragungssendung. Sie müssten das wissen, Herr VizeVixi, o je – haha, das mir so was passiert –, Herr VizeKoxi.

K: Na ja, man kann da nur sagen: veni-vidi-vixi. So ist das mit 13% in der Wählergunst. Wie Sie schon richtig feststellten, sind wir die klaren Gewinner des Wahlabends gewesen. Also, plädiere ich – ich meine, ich als Privatmann, nicht als Politiker – ich persönlich wäre für Vorderfrau. Sehen Sie, ich bin da großzügig. Es muss nicht alles ein Mann machen, obwohl ich ja selber einer bin (joviales kichern).

B: Zumindest so weit Sie wissen und man kann das ja nie genau wissen.

K: (schmunzelt, rutscht auf seinem Stuhl umher, zupft sein perfekt sitzendes Jackett zurecht, als säße es nicht richtig) Na ja, der Zeitgeist ist gut, und jeder Zeit ihren Geist. Ich sage Ihnen offen und ehrlich, wie ich nun mal bin: ich bin dafür.

B: Damit sind wir auch schon wieder am Ende unserer fundierten Sendung im Sinne unserer zwangsgebührenzahlenden Zuschauer. Ihnen einen schönen Sonntag, auch an Sie, Frau – wie war noch mal Ihr allerwertester –

V: (leicht säuerlich) Vexi. Hab ich eh schon gesagt.

B: Ach ja, vom Klonenblatt. Ja, den Dank auch an Sie und Ihren Allerwertesten. Auf Wiedersehen Herr Koxi, unser ViziVixi aus IXI Land. Einen schönen Tag noch, Ihnen an den Geräten.

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